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Grundsätzlich sei gesagt, dass Schmiedekolben immer dann Sinn machen wenn:
a) die Leistung des Motors extrem gesteigert werden soll (Schwellwerte von Maschine zu Maschine unterschiedlich)
b) Der Ladedruck extrem gesteigert wird oder NOS verbaut (100er Shot aufwärts)
c) die Drehzahlgrenze erhöht und Wert auf Massenreduzierung gelegt wird
jetzt ein paar Fakten zur Verwendung von S-Kolben (z.B. JE)
1.) Schmiedekolben dehnen sich tatsächlich etwas stärker aus als die Orig. Kolben, deshalb muss deren Verwendung schon beim Bau des Motors (bzw. der Bearbeitung durch den Instandsetzer) mit eingeplant werden. Der Vorteil liegt darin, dass mit den Total Seal Ringen eine absolute Dichtigkeit erreicht wird, der Ölverbrauch also gegen 0 (ZERO) tendiert
Es empfiehlt sich den Motor beim ersten Start (also wenn er völlig kalt ist), so 3-5min. im Leerlauf zu betreiben und danach erst loszufahren. Damit sind die Kolben in jedem Fall auf Betriebstemperatur und können ihr volles Potenzial ausspielen.
2.) eine Kurbelwelle die nicht für Schmiedekolben geeignet ist, gibt es nicht
3.) Der Motoreninstandsetzer sollte in jedem Fall Erfahrung beim Verbau von Schmiedekolben haben. Aussagen wie: die sind viel zu schwer etc. kann man getrost vergessen denn: Rennkolben wie die JEs sind z.B. pro Kolben ca. 100g LEICHTER als die originalen. Zudem sind sie fein gewuchtet und erzeugen damit deutlich weniger Stress an der Kurbelwelle.
4.) Das Nitrieren und das Härten der Welle sind zwei paar Schuhe. Eine Kurbelwelle kann nicht nachgehärtet werden, dies passiert beim Schmieden. Mit Nitrieren erreicht man "nur" eine OBERFLÄCHENhärtung, der auf jedenfall das Polieren und Läppen folgen sollte und das dynamische Balancieren incl. Schwungrad (und am besten auch Kupplung). Außerdem kann man an der Kurbelwelle noch Material abnehmen und sie damit erleichtern, was wiederum eine geringere Belastung aller sich bewegenden Teile (rotierende Masse) nach sich zieht. All diese Arbeiten sollten aber nur von Leuten gemacht werden, die sich wirklich damit auskennen. Nicht jeder, der sich Motoreninstandsetzer nennt, kennt sich mit der Bearbeitung von Rennmotoren aus. Am Ende der Kurbelwellenbearbeitung sollte das Teil geröntgt werden um Haarrisse zu erkennen, sonst war die ganze Arbeit umsonst.
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